English on same subject in English: http://home.broadpark.no/~wkeim/files/050530dp-en.htm  

Walter Keim, Email: walter.keim@gmail.com
Torshaugv. 2 C
N-7020 Trondheim, den 19. 6. 2005
 

Deutscher Presserat
Postfach 7160
D-53071 Bonn

Betreff: 
Beschwerde Aktenzeichen E 255/05/2

Sehr geehrter Herr Weyand,

ich danke Ihnen für Ihren Brief vom 7.6.06 und E-Mails vom 16.6.05 und 17.6.05. Weiter beziehe ich mich auf meine Briefe vom 30.6.05, 05.6.05 (mit der Beilage: Aftenposten 26.5.05: Palace reacts to lies about Marius ) und 16.6.05 die ich unterschrieben an Sie geschickt habe.

Das schwedische Königshaus war jahrelang den gleichen Lügengeschichten der deutschen Skandal- und Regenbogenpresse ausgesetzt und hat das Ende 2003 gerichtlich der "Woche der Frau" und "Die Neue Frau" unterbinden lassen. Nun steht in den deutschen Zeitschriften wenig über das schwedische Königshaus und dafür stürzten sich die gleichen Blätter über die Mitglieder des norwegischen Königshauses und nun perfiderweise sogar über Kinder.

Weiter beziehe ich mich auf die von Ihnen entgegengenommenen Kopien folgender Artikel:

  1. "Ihr da oben, ich da unten" (DIE AKTUELLE Nr. 21/2005), Titel auf erster Seite: "Tochter vergöttert. Klein Marius abgeschoben" 1
  2. "Das traurige Schicksal des kleinen Marius" (DAS NEUE Nr. 21/2005), Titel auf erster Seite: "Von der Familie ausgegrenzt"
  3. "Die traurigen Augen von Marius trafen sie mitten ins Herz" (7 TAGE Nr. 21/2005)
  4. "Entführung geplant? Angst um Klein-Marius" (FRAU MIT HERZ Nr. 21/2005)
  5. "Die Angst um Marius gefährdet ihr ungeborenes Baby" (FREIZEIT-SPASS Nr. 21/2005)

Zu A.: "die aktuelle" schreibt: "Der kleine Marius wird niemals mit Mamma vom erhabenen Balkon winken wie sein Schwesterchen". Letztes Jahr war er dort (siehe Se og Hør Nr.31-2004: Marius auf dem Schlossbalkon[=sottsbalkongen])), möglicherweise nächstes Jahr wieder. Weiter: "Doch dann wieder huschte Trauer über sein Gesicht.. "Ihr da oben ihr lasst mich da unten im Stich". Auch die Königskinder haben gerne mit ihren Klassenkameraden 17. Mai gefeiert (statt stundenlang auf dem Balkon zu stehen): Als ich ihn im Fernsehen gesehen habe, hat er sich gefreut. Die "Gnadenlosigkeit des Hofprotokolls": ein reines Hirngespinst vor dem Hintergrund der Wirklichkeit, wie sie für jeden Skandinave sichtbar ist. Die Zurücksetzung wird erdichtet um Konflikte zu legitimieren. Am perfidesten ist der Titel auf der ersten Seite: "Tochter vergöttert. Klein Marius abgeschoben" 1

Zu B.: Hier "liest" man die Gedanken von Marius um "ein trauriges Schicksal" zu konstruieren. Auch sonst alles Fantasie. Am schlimmsten auch hier die Titelseite: "Von der Familie ausgegrenzt".

Zu C.: Auch hier das "strenge Hofprotokoll", jeder konnte z. B. letztes Jahr sehen, dass das nicht stimmt. Wieder alles erfunden.

Zu D.: Komisch, dass diese Probleme von der skandinavischen Presse nicht beschrieben werden. Von vorne bis hinten erdichtet.

Zu E.: Hier wird aus dem Bild der Prinzessin wird zum Schluss die Spekulation einer möglichen Fehlgeburt: Alles offensichtlich an den Haaren herbeigezogen.

In "Palace reacts to lies about Marius" gibt Herr Kulig sogar zu, dass "es kein Geheimnis ist, dass ein Element von Phantasie in dem ist, was wir schreiben". Er verteidigt diese Vorgehensweise, weil die Leser das wünschten. Weiter könne Marius nicht Deutsch und er kann unsere Zeitschriften nicht erhalten: Sie werden nicht in Norwegen verkauft". Zunächst wird der Pressekodex der "Gründliche und faire Recherche", "Achtung vor der Wahrheit und Wahrung der Menschenwürde" und "Achtung von Privatleben und Intimsphäre" offen mit Füssen getreten. Dabei lege ich entscheidendes Gewicht darauf, dass es sich im eine 8-jähriges Kind handelt. Die Presse richtet sich nicht an ihre eigene Falschmeldung, dass Marius nicht Teil der Königsfamilie (abgeschoben) ist, womit die Berichterstattung auch schon deshalb nicht öffentliches Interesse hat. Wo bleibt das Recht auf "informationelle Selbstbestimmung" nach Ziffer 8 des Pressekodex? Weiter kann jeder Norweger solche Zeitschriften in Deutschland erwerben oder sich zuschicken lassen.

Das Pressebüreau dänische Dana Press hat Bilder geliefert bestreitet aber solche Lügengeschichten erdichtet zu haben: "Lager ikke løgn" (=Wir fabrizieren keine Lügen": VG, 30.5.05) 3 . Weiter steht im Artikel: Die dänische Presseagentur weist zurück, Lieferant von Lügengeschichten für Deutsche Wochenblätter zu sein. Herr Schoop sagt er sei mit der norwegischen Nationalfeiertag 17. Mai Tradition vertraut, dass Schüler einen gemeinsamen Aufzug machen.

Skandinavische Bürger wissen, dass die Kinder der Königsfamilie normale Schulen besuchen und an Schulveranstaltungen teilnehmen. Die Mitglieder der königlichen Familie stehen nicht immer die ganze Zeit auf dem Balkon. Für Kinder kann das zu langwierig und langweilig sein und ich habe mir oft gedacht, dass es für ein Kind/Schüler vorteilhaft sein kann, da mal zeitweise frei zu bekommen. Beispielsweise hat der jetzige Kronprinz frei bekommen, als er mit seinen Mitschülern sein Abitur gefeiert hat.

Deshalb ist es für Skandinavier einfach zu sehen, dass die oben aufgeführten Berichte an den Haaren herbeigezogen sind, zumal in der norwegischen Presse überhaupt keine solchen Berichte zu finden sind. Ein deutscher Leser wird sich wundern, dass da plötzlich nur so harmlose Probleme beschrieben werden vor den Tragödien der jahrelangen falschen Berichterstattung in Wochenblättern.

Vor dem Hintergrund, dass sich das einreiht in eine Reihe von jahrelangen Lügengeschichten über Scheidung (das neue Nr. 17/2003) 2 , Verhältnis zum Chauffeur, Separation, Schwangerschaftsabbruch usw. ist der Leser nicht überrascht, sondern erwartet solche Geschichten. Dabei waren folgende Übertäter beteiligt: Bildzeitung, Illustrierte Wochenblätter 7 Tage, Frau mit Herz, FREIZEIT SPASS, die aktuelle, Das Neue, Neue Welt, Neue Post, Echo der Frau, Frau Aktuell, Freizeit Revue, Die Neue Frau und Das Neue Blatt. (VG 26.04.03 kl. 08:21). Dabei wird dem Leser durch die dauernde Wiederholung dieser Lügengeschichten suggeriert, dass was dran ist.

Anstatt gemäß Ziffer 3 des Pressekodex die falsche Scheidungsmeldung ("Jetzt ist es offiziell: Mette-Marit & Haakon Scheidung" "Sie liebt einen anderen") von das neue Nr. 17/2003 2 unverzüglich in angemessener Weise zu berichtigen, schwimmt man auf der selbst geschaffenen Welle weiter und erdichtet neue Familienprobleme.

Zusammenfassend werden dadurch die Ziffern 1, 2, 3, 4, 8, 9, 10 und 11 des Pressekodexes verletzt.

Mit freundlichen Grüßen

Walter Keim
Complaint agianst German scandal press: http://home.broadpark.no/~wkeim/files/050530dp-en.htm
OSCE will monitor access to public documents in Germany:
http://home.broadpark.no/~wkeim/files/osce-050106.htm
Who invites the CoE Human Right Commissioner to Germany?:
http://home.broadpark.no/~wkeim/files/coe-031128.htm 

Anlage:

  1. Titel auf erster Seite: "Tochter vergöttert. Klein Marius abgeschoben" (DIE AKTUELLE Nr. 21/2005) http://www.vg.no/pub/vgart.hbs?artid=104920, (VG 28.05.05 kl. 09:11)
  2. Dagbladet 26.04.2003: Mette-Marit geschieden: das neue Nr. 17/2003. "Jetzt ist es offiziell: Mette-Marit & Haakon Scheidung" "Sie liebt einen anderen": http://www.dagbladet.no/kultur/2003/04/26/367275.html
  3. VG, 30.5.2005: Dana Press: "Lager ikke løgn" (=Wir fabrizieren keine Lügen"): http://www.vg.no/pub/vgart.hbs?artid=279097

Briefwechsel:

30.5.05: Klage gegen Lügengeschichten der Regenbogenpresse.
05.6.05: Zusätzliche Informationen von Herrn Kulig
07.6.05: Bestätigung des Eingangs, zusätzlich Information notwendig.
10.6.05: Weitere Informationen gegeben.
10.6.05: Folgende Texte wurden übersandt (hier nur teilweise aufgeführt):
die-aktuelle-Nr.21/2005, das-neue-Nr.21/2005, Frau-mit-Herz-Nr.21/2005, FREIZEIT-SPASS-Nr.21/2005 und 7 Tage.
16.6.05:
Pressrat bestätigt Entgegennahme der Bilder, möchte aber nähere Beschreibung der Kritik.
19.06.05:
Letzter Klageteil mit genauer Begründung im Detail.
10.10.05:
Bisher keine Antwort

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